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Cover Marienfeldebuch

Ich packe meinen Koffer. Eine ethnologische Spurensuche rund um OstWest-Ausreisende und Spätaussiedelnde

Herausgegeben von: Falk Blask, Belinda Bindig, Franck Gelhausen

Seit fünf Jahrzehnten stellt das frühere Notaufnahmelager Marienfelde einen Ort des Übergangs und des Neubeginns dar: zunächst für über eine Million DDR-Flüchtlinge und Übersiedler_innen, dann auch für mehr als 50.000 (Spät)Aussiedler_innen. Was sind ihre Gründe für den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft in den Westen? Welche Identitätskonflikte treten im Zuge der Erlangung der bundesdeutschen Staatsbürgerschaft auf? Wie erleben sie den Prozess der Einbürgerung?

Elf Studierende des Institutes für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin suchen gemeinsam mit OstWest-Ausreisenden und Spätaussiedler_innen Antworten auf diese Fragen.

„Wir wussten, dass wir nie wieder zurückfliegen würden. Und wir wussten überhaupt nicht, was uns dort erwartet.“

Die Spurensuche erfolgt in drei Abschnitten: „Beim Koffer packen“, „Im Warteraum“ und „Drüben angekommen“.

In der ersten Phase „Beim Koffer packen“ beleuchtet Belinda Bindig die Schwierigkeiten und Diskriminierungen, denen Ost-West-Ausreisende in der DDR ausgesetzt waren. Der Beitrag von Denise Schwesig wirft mit einer daran anschließenden Fotoserie Schlaglichter auf das bisher eher unbekannte Kapitel der West-Ost-Migration und den Bedingungen in den ostdeutschen Aufnahmeheimen. Linda Anhang beschäftigt sich mit der Arbeit der Evangelischen Flüchtlingsseelsorge im Notaufnahmelager Marienfelde.

„Im Warteraum“ gibt einen Einblick in die Situation der Bewohner_innen im Durchgangsheim Marienfelde und zeigt Themenkomplexe auf, mit denen sich die Spätaussiedler_innen bereits während ihrer ersten Monate in Deutschland intensiv auseinander setzen. Dazu zählen z. B. Fragen nach Identität und Identitätswandel im Zuge der Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft, die sich in einem Interview von Franck Gelhausen für Familienmitglieder unterschiedlicher Generationen – Großmutter, Mutter und Tochter – gestellt haben. Die daran anschließende Fotoserie gewährt einen kleinen Einblick in die Wohnungen der Bewohner_innen im Durchgangsheim. Regina Knoll analysiert anhand von vier Spätaussiedlerinnen die unterschiedlichen russischen und deutschen Geschlechtervorstellungen. Die Außenwahrnehmung des Durchgangsheims Marienfelde durch die Angestellten umliegender Geschäfte untersucht Lisa Breitkreutz mit einem Wahrnehmungsspaziergang und Kurzinterviews. Daran schließen sich fotografische Ausschnitte vom Durchgangsheim Marienfelde an.

Im dritten Kapitel „Drüben angekommen“ vergleicht Oleksandra Bienert Deutschlandvorstellungen und -bilder von Spätaussiedler_innen vor und nach ihrem Umzug nach Deutschland. Ksenia Korelova und Evgenia Kornusova führen die Fragen nach Identitätskonstruktionen fort, indem sie junge Spätaussiedler_innen porträtieren. Die Orientierungsbewegungen, damit verbundene Schwierigkeiten sowie der Prozess der Einbürgerung und Erfahrungen von Integrationsgrenzen zeigen Sylvia Lundschien und Anjela Krstevski in ihren Beiträgen auf.

„Ich packe meinen Koffer“ hofft Ihnen, liebe Leser_innen, zum einen eine erweiterte Sicht auf deutsch-deutsche Geschichte geben zu können und zum anderen zum besseren Verstehen der gegenwärtigen Situation der Spätaussiedler_innen beizutragen sowie neue Fragen nach Zusammenhängen von Integration und Migrationshintergründen und -vorstellungen aufzuwerfen.

Erschienen am 16.07.2009, 159 Seiten

ISBN 978-3-941561-01-4.

Preis: 6,00 € (zzgl. Versandkosten: 1,00 € innerhalb Deutschlands, 3,00 € im europ. Ausland)

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